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AKTUELL

Platz 12 beim Weltcup in Bern


 

Schon am ersten Berg spürte ich, dass meine Beine heute richtig gut gehen. Überraschend früh kam der erste Angriff von Nicolle Brändli und Christin Armstrong. Obwohl ich eigentlich zu weit hinten im Feld in den ersten Anstieg hineingefahren war, konnte ich alleine zu der 9 köpfigen Spitzengruppe um diese zwei Topfavoritinnen aufschließen. Es fehlte jedoch ein wichtiges Trikot in dieser Gruppe: Das Team High Road war nicht vertreten. Alle Helferinnen von Judith spannten sich also vor das Feld und führten den Zusammenschluss herbei.

Schon jetzt waren von den ursprünglich 160 Sterterinnen nur noch 40 Fahrerinnen vorne. Die insgesamt 136km wurden extrem schnell begonnen und der 5km  lange Berg, der sich auf jeder der 4 zu fahrenden Runden noch ein bisschen länger anfühlte, machte das Rennen "sau schwer".

"Pofff!!!!" Mitte der zweiten Runde platzt mein Hinterreifen. Direkt nach dem Berg. Da dauert es immer etwas länger, bis der Renndienstwagen an den Abgehängten vorbeigelassen wird. Die Zeit, bis das Auto dann kommt fühlt sich ewig an. Schnell, schnell das Hinterrad wechseln und die Aufhohljagt kann beginnen. Zuerst allein, dann in der Kolonne von Auto zu Auto. Zurück im Feld blieb kaum Zeit, sich zu erholen. Es gab auffällig viele Atacken. Sicherlich wegen den anstehenden Olympia- Qualis.

Nach der mörderischen Quälerei über den letzten Berg waren wir nur noch 17 Fahrerinnen. Von uns nur noch Edita und ich. Trixi, die schnell im Sprint wäre, war leider nicht mehr dabei. Wir konnten also nicht abwarten, wir mussten atackieren. Erst ich, mit Schwung von hinten und dann schön durchziehen. Als ich wieder zurückgeholt wurde sofort Edita, die hier letztes Jahr auf diese Weise gewonnen hatte. Als auch sie wieder eingefangen war, atackierte Susanne Ljungskog ca. 15 km vor dem Ziel. Sie profitierte von unseren vorherigen Ausreißversuchen, da ihr niemand mehr folgen wollte oder konnte. Sie rettete schließlich ein paar Sekunden Vorsprung ins Ziel und gewann.

Edita und ich versuchten so gut wir konnten im Sprint "rein zu halten". Ich fand Judiths Hinterrad und "biss mich daran fest". Noch 600m. Doch plötzlich "RUMS" ein Sturz direkt links neben mir. Das war einfach zu viel für meine Bergflohnerven. Ich zögerte einen Moment und der Zug war abgefahren. Ich wurde schließlich 12., Edita 10.

Auch wenn mich der Sprint doch ein bisschen ärgert, bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung.

Bis zum nächsten mal,

Eure Claudia*

 

 


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